Blick vom Stadtwald Geiersberg auf Deggendorf (Ortsteile Deggenau und Fischerdorf)
Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden
Altholz_sonnenaufgang.jpg
Schloss Egg
Familie bei der Waldvereinshütte Nest

Archäologie im Landkreis

Verzierter Griff eines BronzeschwertesSeit 1978 gibt es am Landratsamt Deggendorf ein für archäologische Belange zuständiges Sachgebiet. Es wurde eingerichtet, um sowohl Probleme denkmalpflegerischer Art möglichst unbürokratisch zu lösen, als auch der Erforschung der Vor- und Frühgeschichte zu dienen.

Dies ist im Raum Deggendorf - wie auch in weiten Gebieten Niederbayerns - deshalb von besonderer Bedeutung, weil hier seit dem Beginn der bäuerlichen Bewirtschaftung im 6. Jahrtausend v. Chr. (die durch entsprechende Funde nachgewiesene Nutzung des Raumes von alt- und mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern seit mindestens 50000 Jahren ist hier nicht berücksichtigt) eine schier unübersehbare Zahl an Siedlungen und Bestattungsplätzen entstand. Deren Überreste sind heute noch im Boden nachweisbar, wobei vor allem die Luftbildarchäologie eine entscheidende Rolle für deren Entdeckung spielt.

Die Erforschung schriftloser oder schriftarmer Kulturen ist fast ausschließlich durch archäologische Methoden möglich. Dabei ist es außerordentlich wichtig, vollständige Zusammenhänge, wie etwa Gebäude- oder Friedhofsstrukturen zu erkennen und die zugehörigen Funde wie Stein- oder Metallwerkzeuge bzw.
-schmuck, Keramik und Tierknochen in den Grabungsbefunden mittels detaillierter Zeichnungen und Fotos festzuhalten. Aus den im Boden nach dem Humusabtrag erkennbaren Verfärbungen lassen sich Pfostenstandspuren von Holzgebäuden ebenso feststellen wie Siedlungsgruben unterschiedlichster Form und Funktion sowie Grabgruben. Diese Befunde werden zeichnerisch dokumentiert, wobei man sich heute in verstärktem Umfang elektronischer Messmethoden bedient. Anschließend erfolgt die Untersuchung der einzelnen Objekte nach bestimmten erprobten Verfahrensweisen.

Die so gesicherten Befunde werden anschließend zusammen mit dem geborgenen Fundmaterial wissenschaftlich bearbeitet. Dadurch ist es möglich, das Wissen um die frühe und früheste Geschichte unseres Raumes allmählich genauer zu erfahren. Die weit verbreitete irrige Meinung, man hätte ja schon so viel gefunden, dass eigentlich keine weiteren Grabungen mehr erforderlich seien, ist zurückzuweisen, weil trotz fast 150 Jahren archäologischer Forschung die Kenntnisse über schriftlose oder schriftarme Zeiten noch immer sehr bescheiden sind. Jede Ausgrabung erweitert unseren historischen Horizont, wenn es für Außenstehende auch oft den Anschein hat, aus den meist bescheidenen Befunden und Funden könne man kaum etwas heraus lesen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass unser Boden ein gigantisches Archiv ist, das wir bewahren und erschließen müssen. Die von der archäologischen Denkmalpflege vorgenommenen Ausgrabungen sind in der Regel Rettungsaktionen vor der Vernichtung der im Boden bewahrten Zeugen unserer Vorfahren durch Baumaßnahmen. Reine Forschungsgrabungen werden meist von Forschungseinrichtungen vorgenommen, die die nötige Zeit dafür aufwenden können.

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