06.08.2026 Das Staatliche Bauamt Passau bereitet die Sanierung der hellen Asphaltfahrbahn und weiterer Baumaßnahmen im Deggendorfer B 11-Tunnel vor. In Abstimmung mit Stadt und Landkreis Deggendorf sowie der Autobahn GmbH sind die Arbeiten nun im Sommer 2029 vorgesehen. Außerdem wird heuer im Herbst ein neues Wartungskonzept angewendet. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: "Überall in Bayern setzen wir uns für eine starke, zuverlässige und moderne Infrastruktur ein. Auch die Menschen und die Wirtschaft in Niederbayern sind darauf angewiesen! Der Deggendorfer B11-Tunnel muss nach 30 Jahren umfassend ertüchtigt werden. Wir machen uns bereits weit im Vorfeld Gedanken, um die Auswirkungen der Bauarbeiten auf den Verkehr möglichst gering zu halten. Das gilt auch für die regelmäßige Tunnelwartung. Schon ab diesem Herbst führen wir ein neues Konzept ein, bei dem die Arbeiten in die verkehrsärmeren Abend- und Nachtstunden gelegt werden."
Der helle Asphalt ist ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzepts der Tunnel. Durch seine hohe Lichtreflexion verbessert er die Ausleuchtung der Fahrbahn und trägt entscheidend zur Verkehrssicherheit bei. Da der Belag seit der Inbetriebnahme der Tunnel vor 30 Jahren nicht erneuert wurde, ist eine Sanierung erforderlich, um die geforderte Helligkeit und Griffigkeit dauerhaft sicherzustellen.
Diese Arbeiten wurden zunächst für 2027 in die Jahresplanung des Staatlichen Bauamts aufgenommen, um Synergieeffekte mit einer geplanten Sanierung im Tunnel Garham (Lkr. Freyung-Grafenau) zu nutzen. Die Abstimmung mit den anderen Straßenbaulastträgern hat aber gezeigt, dass Baumaßnahmen der Stadt Deggendorf sowie Sperrphasen auf der A 3 für den sechsstreifigen Ausbau in den Jahren 2027 und 2028 mit den Tunnelarbeiten zusammenfallen würden. Um die Beeinträchtigung für die Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten, wurde deshalb eine Verschiebung auf Sommer 2029 beschlossen. Für die Baumaßnahme ist mit einer Vollsperrung von insgesamt neun Wochen zu rechnen, der Großteil davon wird in den Sommerferien geplant.
Weitere bauliche Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Beschichtung an den Tunnelwänden sowie der Schallschutzelemente und der Türen der Pumpstationen. Auch die Tunnelentwässerung muss saniert werden, weil die Entwässerungsrinnen teilweise nicht mehr mit ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit arbeiten. Die Notgehwege, die im Ernstfall als Flucht- und Rettungswege dienen, werden an die heute geltenden Anforderungen der Richtlinien für Straßentunnel angepasst.
Erneuerungsbedarf an der Tunneltechnik
Bei der Tunneltechnik besteht ebenfalls umfassender Erneuerungsbedarf. Zahlreiche Anlagen haben das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht oder werden vom Hersteller künftig nicht mehr unterstützt.
Dies betrifft zum einen die Beleuchtungsanlage, die noch auf Natriumdampflampen basiert. Für diese Leuchtmittel gilt zwischenzeitlich ein europäisches Verkaufsverbot; für Tunnelanlagen besteht noch eine zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung. Eine nachhaltige Ersatzteilversorgung ist daher künftig nicht mehr gewährleistet. Die geplante Umrüstung auf LED-Technik erhöht die Betriebs- und Verkehrssicherheit und reduziert zugleich den Energieverbrauch um rund 90.000 Kilowattstunden pro Jahr.
Damit lebenswichtige Systeme wie Notbeleuchtung, Brandmeldeanlage und Verkehrsüberwachung auch bei einem Stromausfall weiter funktionieren, verfügt der Tunnel über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Diese Anlage, die bei einem Stromausfall sofort und ohne Verzögerung einspringt, hat die zu erwartende Lebensdauer erreicht und muss auch erneuert werden.
Zu den sicherheitsrelevanten Einrichtungen der Tunneltechnik gehören auch die Notrufsprechstellen, die Einsprechanlage und die Telefonanlage. Da der Hersteller den Support für die Systeme in Bälde einstellt, können Ersatzteile und Software künftig nicht mehr zuverlässig bereitgestellt werden. Daher ist auch hier eine Erneuerung erforderlich, um unvorhergesehene Tunnelsperrungen zu vermeiden.
Derzeit werden die einzelnen Maßnahmen zeitlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, möglichst viele Arbeitspakete in einer Vollsperrung auszuführen und die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Planung ist auch die intensive Abstimmung mit der Autobahn GmbH im Hinblick auf die Sperrungen der A 3. Gemeinsam mit der Stadt Deggendorf soll zudem ein speziell auf die Tunnelsperrung abgestimmtes Verkehrssteuerungskonzept entwickelt werden. Dafür werden die Ampeln auf der Umleitungsstrecke mit einem zusätzlichen Steuerprogramm ausgestattet, um die Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Straßennetzes während der Bauzeit bestmöglich zu erhöhen.
Neues Wartungskonzept für die halbjährliche Wartung
Bei der Frühjahrs- und Herbstwartung der B 11-Tunnel in Deggendorf wird ein neues Konzept eingeführt: Künftig finden die Wartungsarbeiten in den verkehrsärmeren Abend- und Nachtstunden statt, um die Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Zwar verlängert sich dadurch die Gesamtdauer der Wartung, tagsüber sind jedoch keine Sperrungen mehr erforderlich. Das neue Konzept wird erstmals bei der Herbstwartung 2026 umgesetzt.
Damit die Arbeiten am Abend und in der Nacht durchgeführt werden können, wird in beiden Tunnelröhren eine temporäre Beleuchtung aufgebaut. Während dieser Arbeiten wird die Geschwindigkeit in Teilbereichen des Tunnels am Montag, 5. Oktober 2026, von 8.30 bis 15.30 Uhr auf 30 km/h begrenzt. Abgebaut wird die Beleuchtung am Montag, 12. Oktober, ebenfalls unter Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h.
Von Dienstag, 6. bis Freitag, 9. Oktober 2026 sollen Nord- und Südtunnel jeweils von 19:00 Uhr bis 5:00 Uhr des folgenden Morgens für den Verkehr gesperrt werden. In dieser Zeit werden die regelmäßigen Wartungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehören die Überprüfung der Betriebstechnik mit Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Be- und Entlüftung, Schranken sowie den Computersystemen. Außerdem reinigt die Straßenmeisterei die Tunnelwände und die Entwässerungseinrichtungen, damit das Niederschlagswasser weiterhin ungehindert abfließen kann.
Auch notwendige Grünpflegearbeiten im Bereich der Tunnel, die nur unter Sperrung möglich sind, werden in diesem Zeitraum erledigt. Dadurch und einzelnen Wartungsarbeiten, beispielsweise Lautsprechertests, kann es vereinzelt zu Lärmbelästigungen kommen. Mit der Verlagerung der Wartungsarbeiten in die Nacht wird es aber möglich sein, künftig insgesamt Verkehrsbehinderungen zu vermeiden und die Auswirkungen auf den Stadtverkehr deutlich zu reduzieren.
Tagesaktuelle Informationen zu Straßensperrungen und Umleitungen finden Sie unter www.bayerninfo.de
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