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Gesundheitsatlas liefert wichtige Erkenntnisse für den Landkreis Deggendorf

18.09.2026 Wie gesund sind die Menschen im Landkreis Deggendorf? Welche Volkskrankheiten treten besonders häufig auf und in welchen Bereichen besteht Handlungsbedarf für Prävention und Gesundheitsförderung? Antworten auf diese Fragen liefert der Gesundheitsatlas-PRO der AOK Bayern, der auf wissenschaftlichen Analysen basiert und Kommunen dabei unterstützt, gesundheitliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Gesundheitsatlas liefert wichtige Erkenntnisse für den Landkreis Deggendorf

Gesunde Lebensbedingungen hängen nicht nur vom Verhalten jedes Einzelnen ab. Auch Faktoren wie Bewegung, Ernährung, soziale Rahmenbedingungen und das unmittelbare Lebensumfeld beeinflussen die Gesundheit der Bevölkerung. Umso wichtiger sind verlässliche Daten, die aufzeigen, wo besonderer Unterstützungsbedarf besteht und welche Themen bei der Gesundheitsförderung in den Fokus gerückt werden sollten.

Der Gesundheitsatlas-PRO wurde dem Gesundheitsamt Deggendorf und der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf vorgestellt. Die Ergebnisse bieten wichtige Anhaltspunkte für die weitere Planung und Ausrichtung der kommunalen Gesundheitsförderung. Landrat Bernd Sibler betont: „Der Gesundheitsatlas liefert wertvolle Fakten, mit denen wir unsere Präventionsarbeit noch besser und gezielter ausrichten können.“

Die Auswertungen für den Landkreis Deggendorf zeigen insbesondere bei fünf häufigen Volkskrankheiten einen erhöhten Handlungsbedarf. Zu den auffälligsten Erkrankungen zählen Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Adipositas sowie Depressionen.

Mehr als jeder Dritte leidet unter Rückenschmerzen

Mit einem Anteil von 34,11 Prozent sind Rückenschmerzen die häufigste der betrachteten Erkrankungen im Landkreis Deggendorf. Damit liegt der Landkreis über dem bayerischen Durchschnitt. Auffällig ist, dass Rückenschmerzen nicht nur ältere Menschen betreffen. Bereits bei den 15- bis 24-Jährigen treten entsprechende Beschwerden vergleichsweise häufig auf. Mit zunehmendem Alter steigt die Betroffenheit weiter an.

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gründen für Einschränkungen im Alltag und können die Lebensqualität erheblich beeinflussen. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen die Bedeutung von Bewegungsförderung, ergonomischen Arbeitsbedingungen und präventiven Gesundheitsangeboten bereits in jungen Jahren.

Bluthochdruck betrifft fast ein Drittel der Bevölkerung

Eine weitere große gesundheitliche Herausforderung stellt der Bluthochdruck dar. Im Landkreis Deggendorf sind 32,23 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Erkrankung gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bleibt häufig über viele Jahre unbemerkt.

Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen deutlich an. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer regelmäßigen Vorsorge sowie von Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils. Ausreichende Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Risikofaktoren können entscheidend dazu beitragen, Folgeerkrankungen zu verhindern.

Diabetes und Adipositas nehmen mit dem Alter deutlich zu

Auch Stoffwechselerkrankungen spielen im Landkreis Deggendorf eine bedeutende Rolle. Von Typ-2-Diabetes sind 11,93 Prozent der Bevölkerung betroffen. Gleichzeitig weisen 11,79 Prozent eine Adipositas auf.

Beide Erkrankungen nehmen mit zunehmendem Alter deutlich zu und stehen oftmals in engem Zusammenhang. Adipositas gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Die Zahlen verdeutlichen, wie wichtig frühe Präventionsmaßnahmen und gesundheitsfördernde Lebensbedingungen sind, um die Entstehung chronischer Erkrankungen möglichst zu verhindern.

Depressionen über dem Landesdurchschnitt

Neben körperlichen Erkrankungen rücken auch psychische Belastungen zunehmend in den Fokus. Die Daten zeigen, dass 15,29 Prozent der Menschen im Landkreis Deggendorf von Depressionen betroffen sind. Damit liegt der Landkreis über dem Landesdurchschnitt.

Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg der Erkrankungshäufigkeit mit zunehmendem Alter. Depressionen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und wirken sich häufig auch auf das soziale und familiäre Umfeld aus. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung sowie von niedrigschwelligen Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Grundlage für eine zielgerichtete Gesundheitsförderung

Die Erkenntnisse aus dem Gesundheitsatlas bieten dem Landkreis Deggendorf eine wichtige Grundlage für die kommunale Gesundheitsplanung. Sie zeigen auf, in welchen Bereichen Präventionsmaßnahmen den größten Nutzen für die Bevölkerung entfalten können. Durch die Zusammenarbeit von Kommunen, Gesundheitseinrichtungen, Vereinen, Bildungsträgern und weiteren Akteuren können gesundheitsfördernde Lebenswelten geschaffen und langfristig Folgekosten im Gesundheitswesen reduziert werden.

Der Gesundheitsatlas macht damit deutlich: Eine gezielte Gesundheitsförderung vor Ort kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Gesundheit der Bürger nachhaltig zu stärken und häufigen Volkskrankheiten wirksam vorzubeugen.

Kategorien: Gesundheitsregion plus, Medieninfo

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