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Eichberg - Landkreis Deggendorf

Wie kann die Integration von ausländischen Fachkräften gelingen?

06.10.2026 Wie können ausländische Fachkräfte erfolgreich für die Pflege und Gesundheitsversorgung gewonnen und langfristig in der Region integriert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Arbeitskreis der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf.

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Vertreter aus Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Bildung, Wissenschaft und weiteren Bereichen trafen sich in der Pflegeschule des DONAUISAR Klinikums Deggendorf tauschten sich über Erfahrungen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze aus.

Zu Beginn informierte Geschäftsstellenleiter Rainer Unrecht über die kommenden Projekte der Gesundheitsregionplus für 2026 und 2027. Vorgestellt wurden unter anderem der geplante "Info-Tag Pflege daheim" sowie das "Pflege-Camp", bei dem Schülern ein organisiertes Pflegepraktikum ermöglicht werden soll. Das Pflege-Camp soll gemeinsam mit den Partnern des Arbeitskreises umgesetzt werden und jungen Menschen einen praxisnahen Einblick in das Berufsfeld Pflege geben.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung der in Deggendorf entwickelten App "Tavel" durch Regina Gegenfurtner, Geschäftsführerin der Tavel GmbH. Die App unterstützt internationale Fachkräfte bei ihrer Ankunft und beim Einleben in Deutschland und bündelt digital wichtige Informationen und Angebote des täglichen Lebens. Auch Informationen zu Behörden, Alltagsfragen und wichtigen Anlaufstellen können über die App abgerufen werden. Damit soll Tavel Orientierung geben und bürokratische Hürden beim Start in Deutschland reduzieren.

Anschließend stellte Tobias Petschl, Dozent und Kurskoordinator für Azubi-Berufssprachkurse beim Bildungszentrum ISA GmbH, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Berufssprachkurse für Auszubildende vor.

Mit der sozialen Integration ausländischer Fachkräfte beschäftigte sich Dr. Tobias Weidinger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dabei wurde insbesondere herausgestellt, dass die berufliche Anerkennung und fachliche Qualifikation nur einen Teil des Integrationsprozesses darstellen. Für eine langfristige Bindung an die Region seien auch soziale Kontakte und das persönliche Umfeld entscheidend. Kommunen, Begegnungsmöglichkeiten, Vereine, Freundeskreise und Familienstrukturen können dabei wichtige Anknüpfungspunkte bieten. Als mögliche Erfolgsmodelle wurden unter anderem Kohortenlösungen und Mentorenprogramme diskutiert. Bei Kohortenlösungen werden beispielsweise mehrere Fachkräfte aus demselben Herkunftsland gemeinsam angeworben und begleitet. Dies kann den Einstieg erleichtern, da bereits zu Beginn ein soziales Netzwerk vorhanden ist. Mentoren können zusätzlich als feste Ansprechpartner bei Fragen rund um Beruf, Alltag und das Leben in der Region unterstützen.

Aus der praktischen Perspektive einer Einrichtung berichtete Anja Herzog, Pflegedirektorin des DONAUISAR Klinikums Deggendorf, über die Erfahrungen des Klinikums mit ausländischen Fachkräften. Dabei wurde deutlich, dass die Gewinnung und Integration internationaler Mitarbeiter für die Einrichtungen mit einem erheblichen personellen und finanziellen Aufwand verbunden ist. Im anschließenden Austausch berichteten auch weitere Teilnehmer von ihren Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer bei einer Führung durch die Pflegeschule Einblicke in die Ausbildung vor Ort. Julia Bettermann, stellvertretende Pflegeschulleitung, stellte die Räumlichkeiten und die Ausbildungsbedingungen vor.

Der Arbeitskreis machte deutlich, dass die erfolgreiche Integration ausländischer Fachkräfte eine Aufgabe ist, die über die reine berufliche Anerkennung hinausgeht. Neben Sprachförderung und fachlicher Qualifikation spielen insbesondere die soziale Integration, persönliche Begleitung und die Vernetzung mit der Region eine wichtige Rolle. Bis zum nächsten Treffen des Arbeitskreises im Frühjahr soll daher geprüft werden, inwieweit gemeinsame Verbundlösungen sinnvoll und umsetzbar sind. Ziel ist es, vorhandene Angebote und Kompetenzen stärker zu bündeln und Einrichtungen bei der Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte gemeinsam zu unterstützen.

Kategorien: Gesundheitsregion plus, Medieninfo

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