04.12.2025 Deggendorf, 03. Dezember 2025 – Beim 7. Gesundheitsforum der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf kamen regionale Vertreter aus dem Bereich Gesundheit im Landratsamt Deggendorf zusammen. Das Gesundheitsforum bildet das zentrale Lenkungs- und Steuerungsgremium der Gesundheitsregionplus und definiert die künftige Ausrichtung der Arbeitskreise, die sich im kommenden Jahr erneut intensiv mit Prävention, Versorgung und regionaler Gesundheitsentwicklung befassen werden.
Landrat Bernd Sibler eröffnete die Sitzung mit einem Überblick über die aktuelle Gesundheitslage im Landkreis. Er spannte dabei den Bogen vom DONAUISAR Klinikum Deggendorf über die Fortschritte beim entstehenden Medizincampus Niederbayern bis hin zur geplanten „Seniorenoffensive“, die künftig ältere Menschen noch gezielter unterstützen soll, z.B. beim Umgang mit digitalen Medien. Zugleich betonte er den Wert der regionalen Zusammenarbeit: „Unsere Stärke liegt in den vielen engagierten Partnern, die im Landkreis Deggendorf Hand in Hand arbeiten. Nur durch dieses Netzwerk können wir die regionale Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung nachhaltig weiterentwickeln.“
Im Rückblick auf das Gesundheitsjahr 2025 stellte Geschäftsstellenleiter Rainer Unrecht die große Vielfalt der Arbeit der Gesundheitsregionplus vor. Insgesamt wurden knapp 50 Maßnahmen, Projekte und Netzwerktreffen umgesetzt. Dazu gehörten etablierte Angebote zur Stärkung der Gesundheitskompetenz wie die Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“, Projekte im Bereich Bewegung und Ernährung wie das „Fit Kids“-Programm, Maßnahmen im Rahmen eines etablierten Netzwerks für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Angebote für pflegende Angehörige wie der Info-Tag „Pflege Daheim“ sowie Fachnetzwerke wie das Pflegesymposium oder die Ärztegespräche. Auch die Fachkräftesicherung blieb ein Schwerpunkt. Berufsorientierungsmaßnahmen wie die Ausbildungstour oder verschiedene Speed-Datings ermöglichten jungen Menschen praxisnahe Einblicke in medizinische und pflegerische Berufsfelder. Besonders hervorgehoben wurde der erfolgreiche Start des Mobilen Retter Systems, das seit Mai bereits knapp 300 ehrenamtliche Ersthelfer aktiviert hat und damit die Notfallversorgung im Landkreis spürbar verbessert.
Ein zentraler Bestandteil des Forums war die Vorstellung des neuen Masterplans Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention, der die Präventions- und Gesundheitsförderungsarbeit landesweit neu strukturiert. Das vollständige Dokument ist abrufbar unter www.stmgp.bayern.de/vorsorge/. Der Masterplan umfasst zwei große Zielblöcke:
Auf Landesebene formuliert er 10 strukturelle Ziele, die vor allem der Freistaat Bayern umsetzen soll – beispielsweise den Ausbau einer landesweiten Präventionsberichterstattung oder die Einrichtung eines digitalen Anbieterpools, der Bürgern und Fachkräften einen Überblick über bestehende Angebote liefert. Weitere Themen betreffen etwa die Einführung eines landesweiten Präventionstages und das Bereitstellen digitaler Anwendungen für die Prävention.
Daneben beschreibt der Masterplan 10 Gesundheitsziele, die gemeinsam mit verschiedensten Partnern auf kommunaler Ebene erreicht werden sollen und als Leitlinie dienen. Dazu zählen die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, die Stärkung der psychischen Gesundheit, mehr Bewegung und gesunde Ernährung, die Verringerung von Übergewicht und Adipositas, die Sensibilisierung zur Mund- und Zahngesundheit, der Schutz sexueller Gesundheit, die Stärkung von Vorsorge und Impfungen, die Prävention suchtbezogener Risiken einschließlich exzessiver Mediennutzung, der Schutz der Gesundheit unter den Bedingungen des Klimawandels sowie die Vermeidung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit.
Diese Ziele sollen auch die Arbeit der Gesundheitsregionplus im kommenden Jahr prägen. Die Teilnehmer des Gesundheitsforums verständigten sich darauf, bewährte erfolgreiche Projekte weiterzuführen und zugleich neue Vorhaben in den Arbeitskreisen zu entwickeln – unter anderem mit dem Ziel, Prävention und Gesundheitsförderung noch stärker in ländliche Kommunen zu bringen.
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