Außenansicht Stadtmuseum Deggendorf
Handwerksmusem, Deggendorf
Ziegel und Kalk Museum Flintsbach, Winzer
Kunst- und Fahrzeugmuseum Streicher in Lalling
Kunstsammlung im Kulturhaus Spital Hengersberg
Gerhard-Neumann-Museum Niederalteich
Museum Quintana, Künzing

Museen & Dauerausstellungen

Lebendige Kultur im Deggendorfer Land

Die Museen erzählen anschaulich die Geschichte unserer Region und laden zum Mitmachen ein! Wie wär´s mit Ziegelbrennen in Flintsbach oder inszenierter Archäologie im Künzinger Museum Quintana?
Gleich zwei Museen in unmittelbarer Nachbarschaft erwarten Sie in Deggendorf. Schnuppern Sie Apothekenluft in der Museumsapotheke im Stadtmuseum (Sell´sche Apotheke) oder gehen Sie auf Entdeckungsreise rund um das Thema Holzhandwerk im Handwerksmuseum.

Die Öffnungszeiten der Museen und Dauerausstellungen auf einen Blick:

Neue Attraktion in Künzing: Vier stereoskopische Bildsäulen erlauben den Blick in die römische Vergangenheit

Künzing begeistert viele Besucher jährlich mit seinem Archäologiemuseum. Nun ist der Standort um eine Attraktion reicher: Vier stereoskopische Bildsäulen erlauben einen Blick in die römische Vergangenheit.

Im heutigen Ortszentrum von Künzing sind aufgrund der modernen Überbauung die römischen Gebäude und die Struktur des Kastells nicht mehr erkennbar. Mit der Aufstellung der stereoskopischen Bildsäulen, einfacher als „Guckis“ bezeichnet, kann nun an drei Standorten diese Vorstellung wieder gewonnen werden: Wie mit einem „Fernrohr in die Vergangenheit“ kann der Betrachter mit dem Blick durch die Optik der Guckis jeweils digitale Rekonstruktionen der antiken Bauwerke sehen. Zugrunde liegt dabei immer der Gedanke: Was hätte ein Römer vor etwa 2000 Jahren genau an dieser Stelle sehen können? Für alle Ansichten ist die gleiche Zeitstellung, die vierte Bauphase des Kastells gewählt, da sich aus dieser Zeit der einzige steinerne Baurest erhalten hat, die massiven Fundamente des sogenannten Fahnenheiligtums.

Gleich zwei der Bildsäulen befinden sich am Platz vor dem Museum mit Blickrichtung auf die nach Osten verlaufende B 8: Sie zeigen aus der Zivilsiedlung heraus die Kastellummauerung von außen mit Blick auf das Westtor ins Kastell.  Beide Säulen geben dieselbe Ansicht wieder, damit auch Besuchergruppen ohne allzu lange Wartezeiten diesen Blick wahrnehmen können.

Die dritte Bildsäule wurde vor dem Schulgebäude mit Blick auf die Schulstraße Richtung Süden errichtet.  Die heutige Schulstraße entspricht der antiken Nord-Süd-Achse durch das römische Kastell. Unter der heutigen Fahrbahn wurden in den 1960er Jahren die Reste des römischen Fahnenheiligtums entdeckt. Aus Rücksicht auf die Verkehrsführung war ein Sichtbarmachen dieses bedeutenden Gebäuderestes an Ort und Stelle natürlich nicht möglich. Jetzt macht ein Blick durch die moderne Optik den antiken Zustand wieder sichtbar: Die Ansicht zeigt einen Blick ins Kommandantur-Gebäude mit dem darin liegenden Fahnenheiligtum.

Die vierte Bildsäule findet sich etwas abseits am heutigen Mithrasweg zwischen Tankstelle und Rosenium. Sie soll eine Vorstellung des ehemals an dieser Stelle errichteten römischen Mithrasheiligtums vermitteln, das die Kreisarchäologie Deggendorf 1998 an dieser Stelle entdeckt hatte. Dabei handelte es sich um einen kleinen, aus Holz errichteten Tempel für die Gottheit Mithras, ein erst seit dem 1. Jahrhundert n.Chr. von einer kleinen Glaubensgemeinschaft im römischen Reich verehrter Gott. Gezeigt wird ein Blick in das Innere des kleinen Heiligtums, in dem gerade mit der Opferung einer Ziege eine heilige Handlung vollzogen wird.

Die Errichtung der Bildsäulen wurde für die Gemeinde Künzing im Projekt „AB119 - Inwertsetzung der römischen Kulturstätten in Ostbayern und Oberösterreich“ im Förderprogramm INTERREG V-A  Österreich – Bayern 2014 – 2020 mit dem Lead-Partner Tourismusverband Ostbayern e.V. ermöglicht.

In den Tourismusregionen Ostbayern und Oberösterreich sind in den letzten Jahren viele Infrastrukturmaßnahmen und Angebotsentwicklungen erfolgreich umgesetzt und auf dem Markt positioniert worden. Neben dem Naturerlebnis nimmt auch der Kulturtourismus eine große Bedeutung ein. Mit dem Projekt "Inwertsetzung der römischen Kulturstätten in Ostbayern und Oberösterreich" soll dieser Bedeutung sowie hinsichtlich allgemeiner Tourismustrends stärker Rechnung getragen werden (z.B. Zunahme der Kurzurlaube und Tagesauflüge in naheliegende oder benachbarte Tourismusregionen). Der große Einfluss der Römer, speziell in den Provinzen Noricum und Raetien und damit im ostbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum wurde bis dato nur lokal aufbereitet. Erstmals soll dieses historische Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und grenzüberschreitend dargestellt werden.

Durch die gemeinsame Ausarbeitung eines grenzüberschreitenden, projektübergreifenden, digitalen Reiseführers mit Mobilititätskonzept werden die römischen Erlebnisinszenierungen innovativ aufbereitet. Eine gemeinsame Übersichtskarte in Printform präsentiert dabei die Vielfältigkeit Ostbayerns und Oberösterreichs unter Berücksichtigung der Wander- und Radwegeinfrastruktur. Als verbindendes Element zwischen den römischen Kulturstätten und der Geschichte beider Regionen. Durch den grenzüberschreitenden Ausbau des Kulturtourismus kann die Vor- und Nebensaison durch die Bewerbung attraktiver Ausflugsziele nachhaltig weiterentwickelt und gestärkt werden.

Durch die Aufwertung und Vernetzung der kulturhistorischen Stätten können sich die Regionen besonders hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung der Donau durch die beantragte Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe im Jahre 2018 stärker und nachhaltig positionieren.

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