31.07.2024 Im Schuljahr 2023/24 startete das MACHMIT – Freiwilligenzent-rum Deggendorf ein Lesepatenprojekt für die Deggendorfer Grundschulen. Unterstützung erhielt das Projekt durch Oberbür-germeister Dr. Christian Moser und Landrat Bernd Sibler sowie durch das Staatliche Schulamt Deggendorf.
Das Resümee zum Schuljahresschluss ist durchwegs sehr gut: 37 ehrenamtliche Lesepaten und Lesepatinnen konnten an sechs Deggendorf Grundschulen für diesen im ehrenamtlichen Einsatz gewonnen werden.
Petra Schwankl vom MACHMIT Freiwilligenzentrum und Schulamtsdirektorin Christiane Niedermeier ziehen im Gespräch wie folgt Bilanz:
Frau Niedermeier, welches Resümee ziehen Sie als Schulamtsdirektorin am Ende des ersten Schuljahres mit dem Projekt „Deggendorfer Lesepaten“?
Der enge Austausch mit den Stadtschulen bringt immer wieder ein tolles Feedback. Es war abzusehen und mich wundert es nicht, dass der Einsatz der Lesepaten an den Grundschulen sehr Gewinn bringend ist. Mir persönlich gefällt es sehr, dass die Lesepaten den Kindern wahre Lesefreude vorleben und diese folglich in den Kindern wecken. Das spielt neben dem Lesetraining hin zur Kompetenz flüssig lesen zu können eine tragende Rolle.
Welchen Gewinn bringt der ehrenamtliche Einsatz den Schülern und den Schulen insbesondere?
Die individuelle Lesesituation ist etwas sehr Besonderes. Eine Lehrkraft vor der versammelten Klasse kann nicht auf den einzelnen Leserhythmus und alle Einzelfragen bis ins Detail eingehen. An unseren Schulen wird guter Leseunterricht gestaltet, jedoch bietet das zusätzliche Quäntchen Aufmerksamkeit einen bemerkenswerten Motivationsfaktor. Beim Lernen spielen Emotionen eine große Rolle. Die persönliche Zuwendung in der Lesezeit kann auch eine gute Ergänzung zu Lesestunden in der Familie sein.
Die Kleingruppe bietet zudem auch viel mehr Raum für Nachfragen und den Austausch bezüglich thematischer Interessen. Das lässt die Kinder Schritt für Schritt die Welt entdecken und sie werden neugierig auf mehr Wissen. Lesen macht die Kinder somit begeisterungsfähig fürs Lernen. Lesen eröffnet Welten. Lesen bildet.
Die Zeit mit einem Lesepaten oder Lesepatin ist einfach ein zusätzliches Zuckerl für ein Kind. Wir sind glücklich, dass die Lesepaten unsere Schulen bei diesem Auftrag unterstützen.
Ganz nebenbei wird aber auch noch ein weiterer ganz besonderer Wert vorgelebt: Den Kindern wird vermittelt, dass es einen Mehrwert bringt, wenn man füreinander da ist. Sie erfahren Mitmenschlichkeit, Zuwendung, noch einmal ein zusätzliches Plus an Aufmerksamkeit. Die Lesepaten nehmen hier gesellschaftlich gesehen eine große Vorbildfunktion ein.
Ist das Ehrenamt „Lesepate“ an den Schulen angesehen?
Das Ehrenamt ist, wie der Name schon sagt, ehrenhaft. Das Ehrenamt an der Schule bleibt, wie es das Naturell des Engagements vorsieht, auch zu jeder Zeit freiwillig. Die Lesepaten kommen in ihrer Freizeit an die Schulen und verdienen kein Geld damit.
Wir sind alle sehr froh und dankbar um diesen Zugewinn. So wird der Leseeinsatz auch flexibel im Schulablauf eingeplant. Zeitlich, wie es den Freiwilligen möglich ist und auch gut in den Unterricht integriert werden kann.
Zeitliche Voraussetzungen gibt absolut der/die ehrenamtliche Lesepate/in vor. Je nachdem, inwiefern sich die Ehrenamtlichen einbringen können und wollen und um welche Themen es geht, sind sie gerne bei Besprechungen, Schulfesten etc. gesehen. Sie werden in die Schulfamilie integriert, wenn sie dies wünschen, und zu jeder Zeit bei Fragen und Anliegen unterstützt.
Wie wird die Kooperation mit dem MACHMIT Freiwilligenzentrum beim Schulamt gesehen?
Hier gilt ein großer Dank dem Freiwilligenzentrum MACHMIT, das verschiedene Lesepaten-Projekte initiiert hat und teilweise seit Jahren betreut. Danke, Ihnen, Frau Schwankl, für die Betreuung neues neuen Projekts der Deggendorfer Lesepaten. Mit innovativen Ideen und Tatkraft kann das Projekt mit und um die Ehrenamtlichen leben. Die Angebote von MACHMIT bedeuten immer einen Gewinn für alle Beteiligten.
Das Schulamt ist begeistert von der Kooperation mit dem Freiwilligenzentrum Deggendorf. Auch inhaltlich bringt die Zusammenarbeit laufend Profit, mit all den Seminaren und der ständigen Begleitung der Ehrenamtlichen im Projektverlauf.
Wie ist Ihre Perspektive zum Lesepatenprojekt?
Beim Schulamt ist auf alle Fälle gewünscht, dass uns die Lesepaten erhalten bleiben. Wir würden uns aufgrund des steigenden Bedarfs an Sprachförderung sogar eine Erweiterung erhoffen.
Die sprachsensible Phase eines Kindes ist vor alllem bereits im Kindergartenalter angesiedelt. Vielleicht kann man bereits in den Kindergärten noch mehr und früher mit einer Lese- und Sprachförderung ansetzen. In dieser Zeit kann es beim Lesen rein um den Spaß gehen. Ohne Noten und Leistungsdruck. Das wäre meines Erachtens sehr positiv prägend für die Kinder.
Das Personal in den Kindergärten macht dahingehend gute Arbeit, jedoch ist es auch in diesen Einrichtungen immer erfreulich, wenn weitere Unterstützung dazu kommt.
Lesen wird nie unmodern. In der weiteren Entwicklung eines Kindes ist es immer wichtig hintergründig lesen zu können. Ein Aspekt zum Lesen ist auch die Medienkompetenz. Nur wenn ein Kind im Stande ist, Inhalte verstehend und kritisch hinterfragend zu erlesen, wird es z. B. Fake-News erkennen.
Deshalb wünschen wir uns beim Schulamt für die Kinder eine weiterhin erfolgreiche Fortführung des Lesepatenprojekts und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem MACHMIT Freiwilligenzentrum Deggendorf.
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