25.07.2025 Weibliche Genitalbeschneidung - ein Thema auch in Niederbayern? Austausch und Vernetzung für Fachkräfte und allgemein Interessierte
Mittwoch, 24. September 2025
10:00 bis 16:30 Uhr
Die teilweise oder vollständige Entfernung der weiblichen Genitalien oder deren Verletzung (weibliche
Genitalbeschneidung, im Englischen Female Genital Mutilation/Cutting, FGM/C) ist ein weltweites Problem. In
Deutschland ist diese Praxis seit 2013 gesetzlich verboten. Um wirksam gegen FGM/C vorzugehen, braucht
man Wissensvermittlung, Enttabuisierung, Kultursensibilisierung und Diskussionsräume.
Der Fachtag am 24.09.2025 in Deggendorf ist eine Informations- und Austauschveranstaltung zur FGM/C
Problemlage und zu Ressourcen in der Region. Ziel des Fachtages ist, Fachkräften mehr allgemeine
Informationen über das Thema aber auch Ressourcen, Strategien, Instrumente und Know-How aus der Praxis
an die Hand zu geben für einen kultursensiblen Umgang mit den Betroffenen.
Schwangerschaftsberatende, Kinderärztinnen und Kinderärzte, Gynäkologinnen und Gynäkologen,
Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Integrations-
und Migrationsberatende und andere Fachkräfte und Interessierte, die in Kontakt mit FGM/C in ihrer Arbeit
kommen oder kommen könnten, sind herzlich eingeladen.
Kostenfreie Teilnahme in Präsenz in der
THD - Technische Hochschule Deggendorf
Dieter-Görlitz-Platz 1
94469 Deggendorf
Für mehr Informationen, kontaktieren Sie uns: Katrin Layh, IN VIA Bayern e. V., fgm@invia-bayern.de
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen
Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert
Zur Anmeldung: https://eveeno.com/265943638
PROGRAMM
Mittwoch, 24. September 2025
10:00 bis 16:30 Uhr
09:30 Uhr Ankommen und Registrierung
10:00 Uhr Musikalische Begrüßung
Pamoja Trommelgruppe Deggendorf
Veranstaltungsmoderation
Bianca Blöchl, Bildungsmanagement M. A.
10:10 Uhr Eröffnung & Begrüßung
Bernd Sibler, Landrat des Landkreises Deggendorf
Rita Schulz, IN VIA Bayern e. V., Geschäftsführende Vorständin
10:30 Uhr Fachlicher Input mit Fragerunde: FGM/C besser verstehen -
eine Einführung in die Grundlagen
Prof. Dr. Nicole Schmidt, Katholische Stiftungshochschule München
11:20 Uhr Musikalische Einlage
Pamoja Trommelgruppe Deggendorf
11:30 Uhr Kaffeepause
11:45 Uhr Talkrunde: Erfahrungen betroffener Frauen sichtbar machen - Ressourcen in Niederbayern
Moderation: Katrin Layh, IN VIA Bayern e. V.
Fadumo Korn, Aktivistin, Dolmetscherin, Kulturmittlerin
Dr. med. Christoph Zerm, Frauenarzt
Angelika Pagany, Landratsamt Deggendorf
Isabel Bitter, Caritas Landshut
Felizitas Mudende, Donna Mobile e. V.
12:50 Uhr Musikalische Einlage
Pamoja Trommelgruppe Deggendorf
13:00 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr Workshops zu spezifischen Thematiken und Zielgruppen
14:30-15:00 Treffen nach der Pause und Ankündigung Workshops
15:00-16:00 FGM/C Workshops:
Wie wird man den vielfältigen Bedürfnissen der betroffenen Frauen gerecht? (Dr. med. Christoph Zerm, Frauenarzt)
FGM/C sensibel ansprechen - sicher handeln in Beratung und Begleitung (Donna Mobile e. V.)
FGM/C in der Schwangerschaft und anderen Lebensbereichen (Caritas Landshut und Regensburg)
16:00 Uhr Abschluss: Berichte aus den Workshops und
Verabschiedungen
Was Sie bei den Workshops erwartet...
Wie wird man den vielfältigen Bedürfnissen der betroffenen Frauen gerecht?
(Dr. med. Christoph Zerm, Frauenarzt)
Scheinbar gehört FGM/C nicht zur kulturellen Praxis in Deutschland (es wird aufzuzeigen sein, inwieweit
gleiche bzw. ähnliche Phänomene auch in Mitteleuropa vorhanden waren und sind!), doch auch hier leben
inzwischen, bedingt vor allem durch die Süd-Nord-Fluchtbewegungen, geschätzt mehr als 100.000 betroffene
Frauen und Mädchen. Das Thema hat also Relevanz, auch eine medizinische.
Seit 2005 bietet Dr. Christoph Zerm eine Sondersprechstunde für wegen FGM/C und anderen
Menschenrechtsverletzungen geflohenen Frauen im Asylverfahren an und hat inzwischen mehr als 700
ausführliche, biografisch fundierte Gutachten verfasst. Auf dieser Basis werden die medizinischen
Auswirkungen und der komplexe sozio-kulturelle Hintergrund von FGM so dargelegt, dass ein transkulturell
sensibler und respektvoller Umgang mit Betroffenen gefördert wird.
FGM/C sensibel ansprechen - sicher handeln in Beratung und Begleitung
(Donna Mobile e. V.)
Ein Workshop für Fachkräfte im Beratungs- und Gesundheitskontext zum sensiblen Umgang mit weiblicher
Genitalbeschneidung.
In diesem Workshop lernen Fachkräfte, wie das Thema weibliche Genitalbeschneidung (FGMC) respektvoll,
kultursensibel und traumasensibel in Beratungsgesprächen angesprochen werden kann. Anhand von
Praxisbeispielen, Übungen und Reflexion wird vermittelt, wie Fachpersonen sprachlich sicher, empathisch und
handlungskompetent mit betroffenen Klienten*innen umgehen können. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen,
sensibel auf Bedürfnisse einzugehen und angemessene Unterstützung anzubieten.
FGM/C in der Schwangerschaft und anderen Lebensbereichen
(Caritas Landshut und Regensburg)
Von weiblicher Genitalbeschneidung betroffene Frauen brauchen besondere Begleitung während der
Schwangerschaft / Geburt. Hebammen und Schwangerenberatungsstellen sind eine wichtige Instanz, um
Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten und zu organisieren.
Was gibt es bei von FGM betroffenen schwangeren Frauen zu beachten? Welche vorgeburtliche Begleitung ist
folglich notwendig, um eine bestmögliche Geburtssituation zu schaffen? Wie kann ich als Fachkraft
kultursensibel mit den geflüchteten Frauen über diese Thematik sprechen? Was brauchen von FGM/C
betroffene Frauen in Beratungssituationen?
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Landkreis Deggendorf