06.08.2024 Etwa 250 Fachkräfte sind am 15. und 16.07.24 zu den diesjährigen Fachtagen in der Stadthalle Osterhofen erschienen. Sie haben sich mit dem „Kinderrechtsansatz in Kindertagesstätten“, sowie mit dem Thema „Herausforderung Verhaltensauffälligkeit – schwierige Kinder in schwierigen Situationen begleiten“, auseinandergesetzt.
Landrat Bernd Sibler eröffnete die Fachtage und begrüßte die pädagogischen Fachkräfte aus den Krippen, Kindergärten und Horten, aus den Jugendämtern, den Beratungsstellen und die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik. Er betonte die Bedeutung guter pädagogischen Arbeit, gerade in der Frühpädagogik, als einen wichtigen Baustein gelingender Bildung.
Als Referent konnte Prof. Dr. Jörg Maywald, Psychologe, Pädagoge, Soziologe und Professor an der Fachhochschule Potsdam gewonnen werden. Jörg Maywald ist ein deutschlandweit anerkannter Experte für die Umsetzung von Kinderrechten und Kinderschutz und ist zudem Geschäftsführer der deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft, sowie Sprecher der National Koalition Deutschland Netzwerk zur Umsetzung der UN- Kinderrechtskonventionen.
Kinderrechte beinhalten Schutzrechte, Förderrechte und Beteiligungsrechte der Kinder. Zum Kinderschutz gehören etwa der Schutz vor Diskriminierung, vor körperlicher und seelischer Gewalt sowie der Schutz vor gefährdenden Einflüssen von Medien. Alle Kitas haben in den letzten Jahren ein institutionelles Kinderschutzkonzept erarbeitet, um das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie und sichere Umgebung einzulösen.ьMaywald betonte zudem das Recht der Kinder auf Bildung, das auf einem ganzheitlichen Bildungsverständnis aufbaut. Darin geht es um die Entfaltung der Persönlichkeit, die Achtung vor anderen Kulturen sowie um die Vorbereitung auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft.
Das Recht auf Beteiligung bedeutet, dass der Wille der Kinder gehört, ernst genommen und angemessen berücksichtigt wird und dass sie in ihrer Selbstbestimmung altersgerecht gefördert werden. Dies dürfe jedoch nicht damit verwechselt werden, dass Kinder über alles selbst entscheiden dürfen oder alle Wünsche erfüllt werden müssen. Kinder sind Träger von Rechten, doch sie bedürfen je nach Alter und Entwicklung erwachsene Bezugspersonen, die sie bei der Umsetzung ihrer Rechte begleiten und führen.
Dieser Herausforderung müssen sich auch die Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen täglich stellen. Besonders wenn sie mit der Betreuung besonders kleiner Kinder zu tun haben, denn eine Altersgrenze „nach unten“ gebe es für Kinderrechte nicht. Hier ist viel Feingefühl und Achtsamkeit gefragt, um Signale des Kindes wahrzunehmen und richtig zu deuten, etwa wenn das Kind signalisiert, dass es nichts mehr essen will.
Initiiert und moderiert wurden die beiden Fachtage von der Dipl. Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Jugendamts Deggendorf Christine Blöchl. Das Thema des zweiten Fachtags „Umgang mit schwierigen Kindern in schwierigen Situationen“ ist ihr besonders wichtig. Sie weiß, dass die pädagogischen Kräfte in den Kitas nahezu täglich mit auffälligem kindlichem Verhalten, wie starke motorische Unruhe, Hyperaktivität, Ängste beim Sprechen, anhaltende Traurigkeit, fehlende Lebensfreude bis hin zu aggressivem Verhalten konfrontiert und herausgefordert sind. Um auch diese Kinder möglichst gut begleiten zu können, ist es wichtig, intensiv zu beobachten und ausreichend Informationen zu sammeln um im zweiten Schritt zu versuchen, das Verhalten zu verstehen.
Neben einer verlässlichen, tragfähigen Beziehung zu den pädagogischen Fachkräften sollten dem Kind auch korrigierende emotionale Erfahrungen ermöglicht werden und bei der Regulierung der oft heftigen Gefühle unterstützt werden. Eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern ist dabei ein wesentlicher Aspekt, um Kinder in schwierigen Situationen bestmöglich begleiten und unterstützen zu können.
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