27.05.2026 Im großen Sitzungssaal des Landratsamts Deggendorf fand erstmals eine Präventionskonferenz des Landkreis Deggendorf statt.
Vertreten waren Fachkräfte und Vertreter aus Kommunen und Politik, um sich zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention auszutauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinschaftlich von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Deggendorf sowie der Gesundheitsregionplus Deggendorf.
Stellvertretender Landrat Roman Fischer betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Austauschs: "Prävention lebt vom Austausch und von neuen Impulsen. Genau dafür schafft dieser Fachtag den passenden Rahmen für unsere Region."
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Rainer Unrecht, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf, den Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention vor. Dieser umfasst zehn strukturelle Ziele, zehn Gesundheitsziele sowie rund 250 Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Zu den Gesundheitszielen zählen unter anderem Bewegung, Ernährung, Stressreduktion und Suchtprävention. Zu den strukturellen Zielen gehören beispielsweise ein jährlicher Präventionstag am 12.10.2026 sowie eine regelmäßige Präventionsberichterstattung. "Der Masterplan kann als Leitlinie und Nachschlagewerk für Fachkräfte aber auch Kommunen und Bürger zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention gesehen werden." Erklärte Unrecht. Anschließend präsentierten Tobias Zitzelsberger, Geschäftsführer der PSAG, und Unrecht aktuelle Projekte und Netzwerke des Landkreises Deggendorf zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung.
Dazu zählen beispielsweise Fachtage zum Umgang mit digitalen Medien, der "Sommer der Gemeinsamkeiten“ oder das Projekt "Fit Kids“.
Es folgten zwei weitere Fachvorträge über aktuelle Entwicklungen im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung: Prof. Dr. Jens Martin von der Technischen Hochschule Deggendorf referierte zum Thema "Exercise is Medicine“.
Dabei machte er deutlich, dass sich die Gesellschaft insgesamt zu wenig bewegt und lange Sitzzeiten negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sportvereine leisteten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung. Zudem beginne der Muskelabbau bereits ab etwa dem 30. Lebensjahr. Die Weltgesundheitsorganisation empfehle regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining, im Alter zusätzlich Koordinationstraining. Seine zentrale Botschaft lautete: "Es ist nie zu spät, mit Bewegung zu beginnen – wichtig ist, dranzubleiben.“
Dr. Johanna Freund vom MedizinCampus Niederbayern am Bezirksklinikum Mainkofen sprach über digitale Interventionen zur Prävention psychischer Belastungen. Dabei erläuterte sie, dass digitale Angebote psychische Belastungen begleitend behandeln können und KI-gestützte Anwendungen künftig großes Potenzial bieten. Digitale Präventionsangebote seien niedrigschwellig und ortsunabhängig nutzbar. Gleichzeitig blieben Datenschutz und Qualitätsstandards zentrale Herausforderungen. Zudem seien nicht alle Gesundheits-Apps wissenschaftlich fundiert, und digitale Präventionsangebote würden bislang noch nicht flächendeckend genutzt.
Im Anschluss brachten die Teilnehmer in Workshops eigene Ideen, Bedarfe und bestehende Angebote zu den Gesundheitszielen ein. Die Ergebnisse werden nun in den Arbeitskreisen der Gesundheitsregionplus und der PSAG weiterbearbeitet.
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