26.05.2026 Deggendorf. Katastrophenmeldungen, Krisen und Kriege sorgen in der täglichen Nachrichtenflut immer mehr auch bei jedem Einzelnen für psychische Dauerbelastungen, die sich zwischenzeitlich auch mit in die Arbeitswelt hineinziehen. Wie in herausfordernden Zeiten eine „Kopf hoch“-Haltung für mehr Gesundheit auch im Berufsalltag sorgen kann, dazu referierte Prof. Dr. med. Volker Busch beim Netzwerktreffen für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kürzlich in der AOK Deggendorf.
Zahlreiche Vertreter von Firmen aus den Landkreisen Deggendorf, Regen und Freyung-Grafenau waren der Einladung der AOK Direktion Bayerwald-Deggendorf in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsregionenplus der drei Landkreise gefolgt um, um sich in einem Netzwerktreffen aktiv zum Thema psychische Gesundheit im Arbeitsleben auszutauschen. In einem humorvollen und motivierenden Impulsvortrag zum Thema „Kopf hoch – mental gesund und stark in herausfordernden Zeiten“ von Prof. Busch wurden die Teilnehmenden mit auf eine spannende Reise ins Gehirn und die Psyche des Menschen genommen. Prof. Dr. med. Volker Busch ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und hat als Bestseller-Autor bereits viele Bücher und Podcasts veröffentlicht.
AOK-Direktor Jürgen Beck und Landrat Bernd Sibler freuten sich in ihren Grußworten über die erfolgreiche Entwicklung des gemeinsamen BGM-Netzwerkes Bayerwald-Deggendorf, dem sich immer mehr Unternehmen anschließen, um sich in der Gesundheitsförderung und der Umsetzung im Berufsalltag auszutauschen.
„Unsere Informationswelt ist von negativen Schlagzeilen dominiert“ betonte Prof. Busch. Wenn aber negative Informationen unsere Einschätzung über Zukunft und Gesellschaft dominieren, nimmt auf Dauer auch die Seele Schaden. Busch machte deutlich, dass unsere Stimmung häufig schlechter sei als die tatsächliche Lage. Obwohl Deutschland im internationalen Vergleich gut dastehe, dominieren negative Schlagzeilen und Pessimismus die Debatten. Ursache sei mitunter die tägliche Informationsflut (rund 30 – 40 Gigbyte pro Tag), die unser Gehirn überfordert und unser Angstzentrum im Gehirn, die Amygdala, dauerhaft aktiviert und somit die Psyche im Klammergriff der Angst hält.
Busch machte deutlich, dass in 70 Prozent aller Lebenskrisen sich die Dinge besser entwickeln als befürchtet. Wichtig sei Probleme und Herausforderungen weder pessimistisch noch zu optimistisch anzugehen, sondern als Possibilist. Ein Possibilist sei jemand, der weder rein optimistisch noch pessimistisch in die Zukunft blickt, sondern sich auf die Möglichkeiten (Potenziale) und Lösungen konzentriert Das heißt Möglichkeiten erkennen und lösungsorientiert handeln. „Der Mensch kann Krise“ betonte Busch. „Der Mensch ist die einzige Spezies, die durch Handeln bedrohliche Situationen verändern kann. Und jeder Mensch, ob Kind oder Erwachsener braucht Aufgaben und Herausforderungen, an denen er reifen und sich entwickeln kann“.
Prof. Busch rief dazu auf sich wieder mehr um gute Botschaften zu bemühen und sich bewusst zu machen, welche Informationen für Mitarbeitende wichtig sind in ihrem Berufsalltag. Bei Informationen sei es nicht anders als bei Rotwein und Schokolade: was in kleinen Mengen glücklich macht, kann in hohen Dosen schaden.
In einer von Christa Katzdobler, AOK-Koordinatorin für Betriebliche Gesundheitsförderung, moderierten Diskussionsrunde wurden zahlreiche Fragen aufgearbeitet und in den anschließenden Workshops der Gesundheitsregionen plus, vertreten von Rainer Unrecht und René Kurtz, für die Arbeitswelt in den Betrieben aufgearbeitet. Interessierte Firmen können sich bei der AOK unter christa.katzdobler@by.aok.de oder den jeweiligen Gesundheitsregionenplus der Landkreise informieren und gerne dem Netzwerk beitreten.
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