12.05.2026 Mainkofen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesundheit im Dialog“ hat am Dienstag, 05. Mai 2026, am Bezirksklinikum Mainkofen Uhr ein Vortrag zum Thema Schlaganfall stattgefunden. „Wenn das Gehirn zu wenig Blut bekommt“ lautete der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, Chefarzt des Neurologischen Zentrums am Bezirksklinikum Mainkofen, zu dem rund 80 Interessierte in den Festsaal gekommen sind.
Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit und ist in Deutschland die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen. Allein in Deutschland gibt es rund 270.000 Fälle pro Jahr. 36.000 – 37.000 Patienten überleben den Schlaganfall nicht. 1,2 bis 1,7 Millionen Menschen leben mit den Folgen. Alle 9 Minuten stirbt ein Betroffener.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ist es umso wichtiger zu wissen, welche Symptome einen Schlaganfall ankündigen und wie die Betroffenen und die Angehörigen im besten Fall reagieren sollten. Denn: Der Schlaganfall kommt „auf einen Schlag“ und ab dann zählt jede Minute. „Unsere Gehirnzellen brauchen sehr viel Sauerstoff und damit sehr viel Blut. Bereits 5 bis 7 Minuten ohne Sauerstoff führen zu einem Absterben der Zellen“, erklärte Prof. Schmidt-Wilcke.
Plötzlich auftretende Symptome für einen Schlaganfall sind: Lähmung (oft einseitig) oder Taubheit von Armen/Beinen, hängende Mundwinkel, Sprachstörungen mit Wortfindungsstörungen, der Unfähigkeit zu sprechen oder verwaschener Sprache, Sehstörungen, Doppelbilder, einseitige Blindheit oder Schluckstörungen. Als Schnelltest eignet sich gut der sogenannte „FAST“-Test: F-Face (Gesicht) – hängt ein Mundwinkel?, A-Arms (Arme) – kann die Person beide Arme heben?, S-Speech (Sprache) – hat sich die Sprache oder das Sprechen verändert?, T-Time (Zeit)
„Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen oder Ihrem Gegenüber auftritt, dann müssen Sie an einen Schlaganfall denken und den Notruf 112 absetzen. Bitte nicht zögern, sondern sofort reagieren“, mahnte Prof. Schmidt-Wilcke.
In der Stroke Unit des Neurologischen Zentrums in Mainkofen und in allen anderen Stroke Units wird direkt nach Anmeldung des Notfalls alles in Bewegung gesetzt, um bei dem Patienten nach Eintreffen in der Notaufnahme schnellstmöglich eine Notfall-Diagnostik durchzuführen. Im besten Fall dauert dies weniger als 30 Minuten.
„Dazu gehört im Rahmen der somatischen Abklärung unbedingt eine schnelle Bildgebung anhand eines CTs oder eines MRTs“, so Schmidt-Wilcke. Anhand dieser Bilder lässt sich erkennen, ob es sich um einen Hirninfarkt oder um eine Hirnblutung handelt. In rund 85 % der Fälle ist es ein Hirninfarkt („Ischämischer Schlaganfall“, bei dem ein Blutgerinnsel ein Gefäß „verstopft“), 15 % der Patienten haben eine Hirnblutung („Hämorrhagischer Schlaganfall“). Steht die erste Diagnose, folgt die entsprechende Akutbehandlung. Im weiteren Verlauf wird zur weiteren Abklärung eine umfassende Schlaganfall-Diagnostik durchgeführt, zu der u.a. eine Doppler-Duplexsonographie, Herzultraschall, Ruhe-EKG und manchmal auch EEG (Elektroenzephalografie) gehören.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung (hoher Cholesterinspiegel), Diabetes mellitus (Zuckererkrankung), Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), Übergewicht/Adipositas, Nikotinkonsum (Rauchen), Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Stress. „Jeder von uns kann einen aktiven Beitrag zur Gesundheit leisten, indem wir diese Risikofaktoren minimieren“, so Schmidt-Wilcke.
Nach dem Schlaganfall ist die Rehabilitation der nächste wichtige Schritt. Hier ist es das Ziel, Patienten durch Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Neuropsychologie wieder im Alltagsleben zu integrieren, die Lebensqualität zu steigern und Teilhabe zu ermöglichen. „Wir können unseren schwer betroffenen Patienten diese Leistungen direkt im Anschluss an die Behandlung in unserer Früh-Rehabilitation anbieten. Hier verfügen wir insgesamt über 36 Betten und über ein breites Spektrum an Therapeuten und Angeboten“, sagte Schmidt-Wilcke.
Am Ende der Veranstaltung wies Prof. Schmidt-Wilcke die Anwesenden auf ein Thema hin, das viele gerne aufschieben: „Machen Sie sich Gedanken zum Thema Patientenverfügung. Wer soll Entscheidungen treffen, wenn Sie es nicht mehr können? Wie wollen / sollen Sie behandelt werden? Dies hilft im Notfall uns Ärzten und Ihren Angehörigen sehr.“
Nach dem einstündigen Vortrag hatten die Anwesenden noch Gelegenheit, Prof. Schmidt-Wilcke und Dr. Marijana Simic, Oberärztin in der Stroke-Unit in Mainkofen, ihre persönlichen Fragen zu stellen.
Die Veranstaltungsreihe „Gesundheit im Dialog“ ist eine gemeinsame Aktion von AOK Deggendorf, DONAUISAR Klinikum Deggendorf, Volkshochschule, Kneippverein, Bezirksklinikum Mainkofen und Gesundheitsregionplus Landkreis Deggendorf. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über gesundheitliche Themen zu informieren sowie für eine gesunde Lebensweise und Vorbeugung zu sensibilisieren.
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