Zukunftsdörfer gesucht
Ziel des Wettbewerbes ist es:
- Das Engagement von Dorfgemeinschaften zu würdigen und herausragende Projekte und Ideen zur zukunftsfähigen Dorfentwicklung herauszustellen.
Positive Beispiele sollen zur Nachahmung anregen. - Eine Bewusstseinsbildung für die Werte im eigenen Dorf zu schaffen
und eine Gelegenheit für die Bürgerinnen und Bürger den gemeinsamen Lebensraum aktiv mitzugestalten.
Zu einer zukunftsorientierten Entwicklung unserer Dörfer gehören wirtschaftliche Initiativen, bürgerschaftliche Aktivitäten und eine landschafts- und umweltgerechte Bau- und Grüngestaltung. Dieser ganzheitliche Ansatz spiegelt sich im Bewertungsrahmen wider.
Die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Deggendorf ist Ansprechpartnerin für die Organisation des Wettbewerbes auf Landkreisebene und unterstützt alle teilnehmenden Dörfer fachlich schon bei den Vorbereitungen. Informationsveranstaltungen, Ortsbegehungen und Vor-Ort-Beratung zur Garten- und Ortsgestaltung gehören zu diesem Angebot.
Kreissieger des 28. Wettbewerbes im Landkreis Deggendorf sind die Dörfer Aschenau Gemeinde Offenberg und Lalling.
Ergebnis der Bewertung der Kreiskommission:
Aschenau (Gemeinde Offenberg)
Das Dorf Aschenau liegt im Einflussbereich der Donau, eingebettet zwischen der Schwarzach und den Vorbergen des Bayerischen Waldes.
Die Dorfgemeinschaft ist aktiv, die Aschenauer haben ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein in der Umsetzung von Maßnahmen.
Herausragend ist dabei die Sanierung des ehemaligen Schulhauses und die Umnutzung als Kulturstadl und Gemeinschaftshaus.
Viele ehrenamtliche Stunden wurden bei Abbruch und Umgestaltung geleistet.
Das Gemeinschaftshaus bietet nun den Raum für ein vielfältiges Kulturangebot von Lesungen bis Yogakursen und vielen weiteren Vereinsaktivitäten. Der Kulturstadl ermöglicht Veranstaltungen aller Art und Theateraufführungen der Theatergruppe.
In dem kleinen Dorf mit etwa 300 Einwohnern gibt es sowohl einen Dorfladen als auch ein gut bürgerliches Wirtshaus mit Biergarten.
Das einzige Baudenkmal ist die neogotische Herz-Jesu-Kirche, die vorbildlich Instand gehalten wird. Bei der Sanierung des ehemaligen Schulhauses wurde auf die Erhaltung der Granitfassade Wert gelegt, die mit dem oben genannten Gotteshaus harmoniert. Der angrenzende Friedhof bietet moderne Bestattungsformen an, bemerkenswert ist er als Trauerort für „Sternenkinder“.
Die einzelnen Naturgärten im Ort sollten Vorbild sein für alle Gärten in den Siedlungsbereichen. Eine wunderschöne, alte Linde im Nordosten von Aschenau steht inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen, welche unbeschadet seit Generationen wachsen konnte.
Eine naturschutzfachliche Besonderheit stellt die mäandrierende Schwarzach dar. Die Uferbegleitgehölze grünen das Dorf auf der Westseite optimal ein.
Lalling (Gemeinde Lalling)
Lalling ist weit über die Grenzen des Landkreises bekannt für seinen naturnahen Streuobstanbau. Die ausgedehnten Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft.
Das Dorf liegt in einer Gemeinde, die sehr gut mit anderen Kommunen und Partnern vernetzt ist und zielgerichtet verschieden Fördermöglichkeiten nutzt. Beispiel hierfür sind das Projekt „Streuobstwiesen-Kompetenzzentrum“, die interkommunale Zusammenarbeit in der ILE Sonnenwald-Heimatviertel und Gemeinde-Partnerschaften mit Kommunen in Frankreich und Tschechien.
Über 30 Vereine und Organisationen bereichern das vielfältige Dorfleben, mit großen ehrenamtlichen Engagement bei zahlreichen Dorffesten und Veranstaltungen, an denen auch die Bewohner des neuen Seniorenwohnheims St. Stephanus teilnehmen.
Mit großem Einsatz wurde die neue Dorfmitte mit der Sanierung des Zehentstadels, Wirtshaus und Bürgersaal gestaltet. Bücherei und Touristinfo haben hier eine neue Heimat gefunden. Bei der Bauausführung wurde besonders auf Barrierefreiheit wert gelegt. Es ist ein gelungenes Beispiel, wie die Sanierung alter Bausubstanz zur Aufwertung des Ortsbildes beitragen kann. Vorbildlich wurden an der Fassade des Wirtshauses die alten Obstspaliere erhalten.
Drei Baudenkmäler im Ortskern, die Kirche, der Pfarrhof und das Wohnhaus der Töpferei Pflugk, befinden sich in einem sehr guten Zustand und sind verbunden mit sehr schönen, ländlichen Gärten.
Sowohl das Baugebiet Kirchenfeld, als auch das neue Baugebiet Kirchholz sind gut gelungen und fügen sich sehr gut ins ländliche Bild.
Ein Alleinstellungsmerkmal stellen aus Sicht des Naturschutzes die Anzahl und das teils hohe Alter der vorhandenen Streuobstbestände mit extensiver Wiesennutzung dar. Der hervorragende Erhaltungszustand bietet so einen idealen Lebensraum für eine Vielzahl an Arten. Nicht zuletzt durch diese Streuobstwiesen sind die Siedlungen fast lückenlos eingegrünt und mit der freien Landschaft verzahnt.
Am 28. Oktober wird Landrat Bernd Sibler die beiden Teilnehmerdörfer in einer Veranstaltung mit Urkunden und Preisen auszeichnen.
Alle Bürgerinnen und Bürger können sich aktiv in den Dorfwettbewerb einbringen, um den heimatlichen Lebensraum für die Zukunft lebenswert zu gestalten nach dem Motto: Mitmachen. Dabeisein. Gewinnen!
Für Aschenau und Lalling geht es nun weiter in den Bezirksentscheid.
Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene wird voraussichtlich wieder 2027 stattfinden.
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Was bringt der Dorfwettbewerb?
Für die Kommune:
- Stärkung von Bürgeraktivität und Ehrenamt
- Bündelung von kommunalen und bürgerschaftlichen Aktivitäten
- Förderung des Miteinanders über alle Generationen in der Gemeinde
- Steigerung der Attraktivität und des Bekanntheitsgrades z.B. für touristische Angebote
Für das Dorf und die Bürgerinnen und Bürger:
- Stärkung der Dorfgemeinschaften
- Knüpfung neuer Netzwerke durch gemeinsames Arbeiten und Feiern
- Wertschätzung durch Fachjury unterschiedlicher Fachrichtungen
- und kostenfreies Beratungsangebot
Landkreis Deggendorf