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Ärztegespräch in Deggendorf: Landrat Sibler fördert den Austausch und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

02.11.2023 Deggendorf, 25. Oktober 2023 - Auf Einladung von Landrat Bernd Sibler fand ein Ärztegespräch statt, bei dem niedergelassene Ärzte sowie Ärzte des DonauIsar Klinikums Deggendorfs zusammenkamen, um über aktuelle Themen und Herausforderungen im Gesundheitswesen zu diskutieren.

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Die Veranstaltung bot eine optimale Gelegenheit für einen intensiven Austausch und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren. Insgesamt nahmen sechs Ärzte vom DonauIsar Klinikum Deggendorf, vierzehn niedergelassene Haus- und Fachärzte, ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns sowie die Gesundheitsregionplus an dem Treffen teil.

Zu Beginn des Ärztegesprächs begrüßte Landrat Bernd Sibler die Teilnehmer und betonte die Wichtigkeit des Austauschs zwischen dem Klinikum und den niedergelassenen Ärzten. Darüber hinaus machte er deutlich, dass seitens der Bundesebene strukturelle und finanzielle Veränderungen im Gesundheitswesen angestrebt werden. Sibler informierte die Anwesenden zudem über die wirtschaftliche Situation des DonauIsar Klinikums Deggendorfs. „Wir werden alles dafür tun, dass wir im Landkreis weiterhin eine sehr gute Versorgung unserer Bevölkerung sicherstellen werden“, so der Landrat

Im Anschluss präsentierte die Kassenärztliche Vereinigung Bayern die aktuelle Ärztesituation im Landkreis Deggendorf. Dabei wurde auf den demografischen Wandel verwiesen und betont, dass ein Großteil der Ärzte im Landkreis über 60 Jahre alt sei. Eine älter werdende Einwohnerschaft führt zudem zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Obwohl die Bevölkerungszahl im Landkreis Deggendorf seit 2018 gestiegen sei, gebe es weniger Ärzte als zuvor. Um die Verluste durch ausscheidende Ärzte zu bewältigen, müssten fast zwei neue Ärzte nachbesetzt werden, da eine verstärkte Tendenz zur Teilzeitarbeit besteht. Dennoch bestehe im Landkreis Deggendorf aktuell keine Unterversorgung. Des Weiteren wurden die Krankenhausreform und das Krankenhaustransparenzgesetz sowie die Entbudgetierung thematisiert 

Aktuelle und künftige Herausforderungen

Im Anschluss an die Präsentation gab es Raum für Fragen, Austausch und Diskussion. Dabei wurden verschiedene Herausforderungen im Gesundheitswesen identifiziert. Laut Ärzte hat die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren durch die steigende Zahl von Patienten und Patientenfällen zugenommen, aber auch die Problematik bei der Nachbesetzung von Ärzten sowie medizinischen Fachangestellten und Pflegekräften wurde diskutiert. Die Überlastung der Kliniken und Arztpraxen sowie die langen Wartezeiten für Facharzttermine führen zu Frustration bei der Belegschaft aber auch bei der Bevölkerung. Ein weiterer Aspekt war die Abwanderung von Ärzten in andere Bereiche aufgrund besserer Bezahlung. Gleichzeitig sahen die Teilnehmer ein moralisches Dilemma, wenn es um die Integration ausländischer Fachkräfte ging, da diese potenziell von anderen Ländern abgeworben werden. Zudem ist die Integration von ausländischen Fachkräften hinsichtlich Sprache und Kultur oft verbesserungsfähig. Auch die Telematik, also die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken, funktioniert bisher nicht immer reibungslos.

Chancen für die Zukunft

Trotz der Herausforderungen wurden auch Chancen für die Zukunft identifiziert. Dabei wurde insbesondere auf den Trend hin zu Medizinischen Versorgungszentren hingewiesen, die bessere Arbeitsmodelle und eine verbesserte Work-Life-Balance und somit eine bessere Patientenversorgung ermöglichen sollen. Außerdem könnten Studiengänge wie "Pflege" und "Physician Assistant" in Zukunft Ärzte und Pflegekräfte unterstützen und entlasten. Im Fokus der zukünftigen Entwicklung steht der Medizincampus Niederbayern, der in 2024 in Regensburg eröffnet werden soll. In der zweiten Phase der Ausbildung werden die Studenten am Klinikum in Deggendorf ausgebildet werden. Dadurch entsteht ein "Klebeeffekt", der dazu führt, dass sich nach dem Studium mehr Ärzte im Landkreis niederlassen. Um dies zu ermöglichen, sind jedoch eine qualitativ hochwertige Ausbildung und ein aktiver Weiterbildungsverbund von großer Bedeutung. Nur so kann den jungen Ärzten eine attraktive Perspektive geboten werden, um langfristig im Landkreis Deggendorf tätig zu bleiben. Neben dem Medizincampus gibt es bestehende Projekte, die weitergeführt und weiter ausgebaut werden sollen, wie das Projekt "Landarztmacher", die "Famulat(o)ur" sowie die Berufsorientierungstage Medizinstudium. Diese Projekte dienen dazu, junge Menschen für den Beruf des Arztes im ländlichen Raum zu begeistern und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Des Weiteren wird das Landarztportal (www.landarztportal.de) als wichtige Plattform zur Informationen rund um das Thema Landarzt im Landkreis etabliert. Dieses dient als Anlaufstelle für Schüler, Studenten und neue Ärzte im Landkreis Deggendorf.

Ergebnis des Ärztegesprächs

Das Ärztegespräch war ein erster Schritt und wird nun auf Wunsch der Teilnehmer in regelmäßigen Turnus fortgeführt. Dies soll den Austausch zwischen dem örtlichen Klinikum und den niedergelassenen Ärzten fördern und die medizinische Versorgung im Landkreis Deggendorf weiter verbessern. Das nächste Treffen ist für das Frühjahr 2024 geplant.

Kategorien: Medieninfo, Gesundheitsregion plus, Leben & Arbeiten, Landkreis

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